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Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
13.09.2011, 08:37
Beitrag: #31
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
(12.09.2011 23:53)Freshfields schrieb:  Ob sie sich in einem Erlaubnistatbestandsirrtum befindet, darueber laesst der Sachverhalt keinen finalen Schluss zu.

Genau. Allerdings könnte man sagen, sie irrt sicher über (Präventiv-)Notwehr. Ist das aber überhaupt von Belangen (und zu prüfen), wenn sie letztendlich über § 35 entschuldigt ist (jetzt mal nur auf den O bezogen)? Es kann ja für die rechtliche Beurteilung keinen Unterschied machen, dass sie sich über den Unterschied Schuld/Rechtswidrigkeit keine Gedanken macht.

Von daher denke ich auch, dass hier etwaige Irrtümer gar nicht zu prüfen sind.
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13.09.2011, 09:05
Beitrag: #32
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
So, ich bin auch wieder dabei.
Also:
Dass ein Versuch zu prüfen sein sollte, hat mir wirklich eine schlaflose Nacht bereitet, aber ich denke, das ist ziemlich abwegig.
Ich habe mich gefragt, ob ein Tun oder ein Unterlassen vorliegt... Bei O gehe ich jetzt eigentlich von einem Tun aus und bei F von einem Unterlassen. Wie seht Ihr das?
Bzgl. O denke ich, dass sie über § 35 entschuldigt ist, so dass auf die Irrtümer gar nicht eingegangen werden muss.
Wieso scheitert § 211 an fehlenden Mordmerkmalen? Ich würde die Heimtücke eher bejahen...

Staatsanwalt zu Zeugen: "Sind sie sicher sicher, dass der Angeklagte ihren Pkw gestohlen hat?"

Zeuge: "Nach den Ausführen des Verteidigers kommen mir Zweifel, ob ich jemals einen Pkw besessen habe."
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13.09.2011, 10:32
Beitrag: #33
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Jemand der ein Mordkomplott geschmiedet hat und unweigerlich entschlossen ist, dieses auch durchzuziehen kann doch nicht gegenueber der Person der er feindlich gerichtet ist arglos sein. So jemand ist nicht schutzwuerdig.
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13.09.2011, 10:37
Beitrag: #34
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Aber er geht ja davon aus, dass sie von dem Gespräch nichts mitbekommen hat und sie ihm somit nicht feindlich gesinnt ist. Sehe ich das falsch?

Staatsanwalt zu Zeugen: "Sind sie sicher sicher, dass der Angeklagte ihren Pkw gestohlen hat?"

Zeuge: "Nach den Ausführen des Verteidigers kommen mir Zweifel, ob ich jemals einen Pkw besessen habe."
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14.09.2011, 09:04 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2011 09:14 von Freshfields.)
Beitrag: #35
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Meines Erachtens ist es unerheblich wovon der Agressor ausgeht. Bedeutend ist allein sein initialer rechtswidriger Wille.

Wenn ich Analogien ziehe zu der regelmaessigen Rechtsprechung des BGH StR in sehr aehnlich gelagerten Faellen, dann unterstellt man in einer solchen Konstellation bewusst keine Arglosigkeit um auch eine verzweifelte Notwehr (moeglicherweise von hinten) beispielsweise gegenueber einem erheblich ueberlegenen Agressor moeglich zu machen. Ich bin mir sehr sicher, dass hier nicht auf Heimtuecke abzustellen ist, aber es ist sicherlich geboten es kurz zu problematisieren.

Was haltet ihr von einem Treffen morgen? 12:00? Double Coffee?
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14.09.2011, 13:47
Beitrag: #36
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Morgen 12h DoppellKaffee, ich bin da.

Mal eine stichige Bemerkung zur Heimtücke gegenüber F: Wenn ihr 211, 13 prüft, wie wollte ihr da Heimtücke reinbringen? Allgemein: Wie unterlässt man etwas heimtückisch? Das dürfte ja nur funktionieren, wenn das Opfer gerade darauf vertraut, dass der Täter pflichtgemäß handelt... Hier läge die Heimtücke ja im Schubsen vom Boot. Das stellt aber bei 211, 13 die Ingerenz dar. Kann Ingerenz heimtückisch sein? Und wie würde sich das auf den Unterlassungsmord durchschlagen?

Um das Thema überhaupt anzusprechen müsste man es schon bei O prüfen; denn hier wird ja "aktiv" getötet, also 212, 211. Hier kann man dann Heimtücke bequem verneinen und sich das Thema bei F sparen.
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14.09.2011, 14:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2011 17:06 von Kiddo.)
Beitrag: #37
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Ich schaffe es morgen leider nicht, hab die Handwerker im Haus. Aber es wäre klasse, wenn Ihr mich auf dem Laufenden haltet, zu welchen Ergebnissen Ihr gekommen seid.

Ich meinte eigentlich auch die Heimtücke gegenüber O. Ich weiß bloß noch nicht, ob ich sie wirklich ablehnen soll... Naja, mal sehen.

Staatsanwalt zu Zeugen: "Sind sie sicher sicher, dass der Angeklagte ihren Pkw gestohlen hat?"

Zeuge: "Nach den Ausführen des Verteidigers kommen mir Zweifel, ob ich jemals einen Pkw besessen habe."
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14.09.2011, 18:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.09.2011 13:45 von Ciel.)
Beitrag: #38
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
(14.09.2011 09:04)Freshfields schrieb:  Meines Erachtens ist es unerheblich wovon der Agressor ausgeht. Bedeutend ist allein sein initialer rechtswidriger Wille.

Wenn ich Analogien ziehe zu der regelmaessigen Rechtsprechung des BGH StR in sehr aehnlich gelagerten Faellen, dann unterstellt man in einer solchen Konstellation bewusst keine Arglosigkeit um auch eine verzweifelte Notwehr (moeglicherweise von hinten) beispielsweise gegenueber einem erheblich ueberlegenen Agressor moeglich zu machen. Ich bin mir sehr sicher, dass hier nicht auf Heimtuecke abzustellen ist, aber es ist sicherlich geboten es kurz zu problematisieren.

Was haltet ihr von einem Treffen morgen? 12:00? Double Coffee?

Ich würde es aber für überaus ungünstig halten die Heimtücke zu verneinen, auch wenn ich deine Begründung nachvollziehen kann. Der Sachverhalt schreit einem die Signalwörter für Heimtücke quasi entgegen. Auch haben, wenigstens meine Quellen, die Problematik eines Opfers, das selbst rechtswidrig handeln will und die daraus folgenden "Richtlinien" nie erwähnt. Könntest du vielleich eine Quelle angeben oder einfach ein Zitat hier reinstellen, die deine Aussage bestätigen würde?
Also bei O denke ich sind wir uns doch mehr oder weniger einig, dass der totschlag (+) ist und wir den mord mit heimtücke ebenfalls bejahen können. habgier könnte man ansprechen und verneinen.

bei F bin ich mit nicht sicher. ich fand eigentlich eine versuchsprüfung gut und dann unterlassen beim mord wg. verdeckungsabsicht, aber ein beitrag hat mich da nun aus der bahn geworfen...
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14.09.2011, 19:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2011 19:41 von Freshfields.)
Beitrag: #39
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Wenn du den 35 bejahst, dann ist es doch ohnehin unerheblich nach Mordmerkmalen zu suchen.

Die Entscheidungen auf die ich mich beziehe sind notwehrtechnisch eindeutiger gelagert, aber das spezielle daran war, dass der 1. Strafsenat strengere Urteile der untergeordneten Gerichte aufgehoben hat und den Inhalt und Tragweite der Notwehr erheblich ausgeweitet hat.

Aber nach reiflicher Überlegung erscheint es mir durchaus vertretbar die Heimtücke zu bejahen, wenn man dem Notstand Aspekt geringeres oder gar kein Gewicht zukommen lässt. Ich bin jedoch massiv von der Rechtsauffassung geprägt, dass derartig niederträchtige Personen, die fest davon entschlossen sind eine derartige grausame und verwerfliche Rechtsverletzung durchzuführen mitnichten arglos sein können und daher auch das Risiko des möglicherweise in Notwehrexzess handelnden Opfers tragen müssen.

Unabhängig von der fehlenden Gegenwärtigkeit der rechtswidrigen Handlung, hat für mich ausserordentliches Gewicht, dass erst die rechtswidrigen Pläne des O und F diese fatale Kausalitätskette in Gang gesetzt hat. Es kann nach meinem Gerechtigkeitsempfinden folglich nicht sein, dass ihnen lediglich aufgrund der fehlenden Gegenwärtigkeit der Status eines arglosen Opfers zuerkannt wird.

Sicherlich sind hier jedoch verschiedene Ansichten vertretbar, dass ist es ja gerade was Jura so spannend macht.

Treffen: Wer kommt jetzt morgen alles ausser Steppenwolf?
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18.09.2011, 10:48
Beitrag: #40
RE: Strafrecht II - 2. Hausarbeit - Degener
Kann mir einer sagen, ob ihr in der zweiten Prüfung für den F ein Unterlassen oder einen Versuch durch Unterlassen geprüft habt?
(im ersten Teil haben wir §§212, 211 für F und O bejaht)
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