Jauernig/Berger: Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht

Othmar Jauernig, Christian Berger
Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht

Das Zwangsvollstreckungs- sowie das Insolvenzrecht treiben den fortgeschrittenen Jurastudenten regelmäßig den Angst- schweiß auf die Stirn und gehören damit zu den größeren Schwierigkeiten im letzten Studiumsabschnitt vor dem Ersten Staatsexamen. Insbesondere die Studenten, welche in ihrem Wahlschwerpunkt mit diesen Thematiken konfrontiert werden, kommen aber nicht daran vorbei sich dieser Angst zu stellen und bei einem genaueren Blick auf diese Themen kann ein gutes Lehrbuch dem Schrecken schnell Einhalt gebieten.

Genau das möchte auch Prof. Berger von der Universität Leipzig, der das Lehrbuch „Jauernig/Berger: Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht“ in seiner nun 22. Auflage, erschienen im Jahr 2007, im Verlag C.H. Beck weiterführt. Auf den ersten Blick wirkt es sicher gewagt sich beiden Themen in nur einem als Kurz-Lehrbuch ausgewiesenen Werk zu widmen und in der Tat, 280 Seiten zum Preis von 19,90 Euro lässt eine gewisse Skepsis beim Studenten entstehen, ob er denn nun wirklich das passende Gegenmittel bekommt.

Doch schon nach kurzem Einlesen entdeckt man eine der großen Stärken dieses Lehrbuchs, nämlich seinen Struktur. Die stark schematisch dargebotenen Erläuterungen zu den wichtigen Aspekten beider Hauptthemen erleichtern nicht nur den Einstieg ganz erheblich, sondern sie gewährleisten jederzeit die Übersichtlichkeit des Werks. Trotz der Komplexität der behandelten Themen fühlt man sich niemals überfordert, da es jederzeit nachvollziehbar ist, an welchem Punkt man sich gerade inhaltlich befindet sich so schnell des gesamten Ablaufs des Verfahrens bewusst wird. Ganz besonders die vielen erläuternden Beispiele und Hinweise auf Besonderheiten für die Verfahrensbeteiligten in der jeweils konkreten Situation leisten ihren Beitrag zur studentenfreundlichen Vermittlung der Materie. Diese Freude wird leider dadurch getrübt, dass es leider an größeren Fallbeispielen samt schematisch aufbereiteter Lösung fehlt, welche insbesondere für das schnelle Wiederholen sehr hilfreich wäre. Allerdings kommt der Aufbau des Lehrbuchs demjenigen sehr entgegen, der selbst kleinere Übersichten zu den einzelnen Aspekten zwecks Wiederholung erstellen möchte.

Inhaltlich ist das Werk sehr kompakt und verzichtet darauf den Studenten durch schiere Detailfülle zu überfordern, löst also sein Versprechen ein Kurz-Lehrbuch zu sein voll ein. Hier ist nun auch der Preis von 19,90 Euro ein weiteres Kaufargument, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich gut und wer sein Wissen später vertiefen will, der hat sich hier eine gute Grundlage geschaffen.

Insgesamt bleibt also festzuhalten, dass auch für sämtliche Studierende außerhalb des Wahlschwerpunkts „Jauernig/Berger: Zwangsvollstreckungs- und Insovelnzrecht“ eine ganz klare Kaufempfehlung erhält, wer sich vertieft mit diesen Themen auseinandersetzen muss, sollte zum Entscheidungskriterium machen, ob er sich bereits sicher in diesen Bereichen fühlt und so gleich ein großes Lehrbuch heranzieht oder sich lieber behutsam in die Materie einarbeiten will. Einen Fehler macht mit dem Kauf dieses Lehrbuchs jedenfalls niemand.

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